Fotografie | Blog | Reiseberichte

Lofoten 2012, fünfter Tag – Text

Heute ist es soweit. Ich bin tasaechlich erst aufgestanden, als die Sonne schon „hoch“ – am Himmel steht – also eine handbreit ueber dem Horizont. Es ist fast 11 Uhr. Dafuer, dass ich um 4:20 Uhr das Licht ausgemacht habe eigentlich eine ganz gute Zeit. Was mache ich heute? Ich habe tolle Landschaft gesehen, habemich einen Tag lang mit Krabbenmatsche vollspritzen lasse und ich habe Nordlicht gesehn. Die Haelfte meine Urlaubs ist vorbei und ich habe alles erleben koennen was ich mir vorgestellt habe. Besser hatte ich es mir nichttraeumen koennen.

Ich beschliesse nach dem Fruehstueck zu Fuss durch Svolvær zu laufen. Vorher noch schell duschen. Mist, kein Strom im Bad, was bedeutet, dass nicht nur das Licht, sondern auch dieHeizung nicht laeuft. Ich verzichte auf die Dusche, aber ich glaube bei der vielen frischen Luft waere das auch nicht wirklich notwendig gewesen.

Noch schnell ein Blick in die Nordlichtvorhersage unter www.storm.no/nordlys.Man glaubt es kaum, ganz Norwegen zeigt hoechste Aktivitaet. Super, da gibt es nur ein Problem. Es ist HELL!

Das erste Mal ärgere ich mich, dass die Sonne scheint. Nein nicht wirklich, aber kann sich das Nordlicht nicht an die Tages- und Nachtzeiten halten?

Ich laufe eine schoene Runde ueber die Insel Svinøya, auf der auch das Kunstnerhuset steht, in dem ich wohne. Einwirklich schoene Runde mit ein paar netten Fotomotiven. Es ist kalt. Deutlich unter Null und der Wind blaest stetig aus Ost bis Suedost. Drei offenkundig russische Arbeiter haengen zum Sonntag tonnenweise Fischkoepfe zum doerren an die Trockengerueste. Meine Frage, ob ich ein paar Fotos machen kann bejahen sie und stellen sich, mich leicht missversanxen artig zum Gruppenfoto auf. Ich laufe noch weiter bis zum Ende der Mole und mache ein paar sehr ansprechende Gegenlichtfotos im nahenden Sonnenuntergang.Es ist 13:00 Uhr. Ein Blick via Handy in die Polarlichvorhersage zeigt, das zumindest fuer den Vorhersagezeitraum bis 17 Uhr noch ordentliche Aktivitaet sein soll. Also zurueck zum Zimmer, ein paar Nudeln mit Pesto essen, diese Zeilen hier schreiben und dann aufmachen, die naechsten Polarlichter zu sehen und vielleicht auch zu fotografieren – nur gucken macht naemlich auch Spass.

   
 . . .

Und was fuer Polarlichter in dieser Nacht zu ssehen waren. Aber der Reihe nach.

Ich fahre erneut auf die Insel Gimsøy. Vergesst alles, was ich vorher immer von „Halbinsel“ geschrieben habe.Es ist eine waschechte Insel. Das uebersieht man hier nur zu gerne mal aufgrund der zahlreichen Bruecken. Erneut fahre ich einige Kilometer an der noerdlichen Kueste entlang bis zu der Stelle, an der die Strassenlaternen aufhoeren und der Golfplatz anfaengt. Er bietet eine gute Gelegenheit auf wegsamem Gelaende an den Kuestenstreifen zu laufen. Im vorbeifahren sehe ich, dass das vermeintliche Golfclubheim die Aufschrift „Northern Light Base Camp“. Irgendetwas muss man sich hier scon einfallen lassen, um auch Winter attraktiv zu bleiben.

Ich halte kurz an und unterhalte mich ein wenig mit der Bedienung. Dasist naemlich nebenbei eine ganz schoen gemuetliche Kneipe, in der ich mir gut vorstellen koennte den Abend gemuetlich zu sitzen. Mich zieht es aber raus und die nette Bedienung gibt mir noch eine Tip fuer ein guten Beobachtungsplaetz hen. Doch in dieser Nacht sollte ich erfahren, dass es nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt, „wo“ man sich aufhaelt, wenn es denn mal so richtig losgeht. Und es geht los!

Kaum, dass ich mir im fast Dunkel mit meiner Stirnlampe den Weg zum Waser gebahnt habe, macht der Himmel auch bereits die Tore auf. Aber nicht etwa um Regen herabzulassen, wie man das bei uns zuhause nun erwarten wuerde, nein es ging mal direkt so richtig los mit „Nordlys“ wie der Norweger sagt.

Toller Lichtbogen, der immer naeher auf mich zuwandert. Schliesslich, vielleicht 20 Minuten spaeter, ist es direkt ueber mir und strahlt nun spiralfoermig direkt auf mich herunter. Erklaeren kann mn das nicht wirklich. Da muesst Ihr auf die Fotos warten. 

 Ich mache tolle Fotos und wechsle nach einiger Zeit, in der es ruhiger zu werden scheint nochmal meine Beobachtungsposition. Ich mache es an dieser Stelle jetzt mal kuerzer.Egal wo man ist, es tauchen immer wieder und mehr Polarlichter auf.Zum Teil sehr helle. Mal Fahnen, mal Boegen und Spiralen. Mit der automatischen Intervallfunktion meiner Kamera nehme ich einige Minuten auf. Ich denke, man kann dasnchher ganz nett ueberblenden und als Video abspielen.

   
Gegen halb zehn beschliesse ich aufzuhoehen. Immerhin sind es 7 Grad Minus und ich bin seit 17 Uhr ununterochen draussen. Gefroren habe ich aber nicht eineinziges Mal. Auf meinem Rueckweg sehe ich am Rand ein weiteres Auto mit einem verdaechtigen Dreibein daneben am Strassenrand stehen. Ich halte an und komme sofort ins Gespraech mit einem Norweger, der ebenfalls diese gradiose Nacht fuer Fotos nutzt. Waehrend wir un unterhalten werden die Lichter wieder richtig stark. Man bekommt kaum mit wie es sich veraendert. Aber binnen weniger Sekunden kann es auf einmal unglaublich an Intensitaet gewinnen. Letztlich bekomme ich noch einige Tips fuer Website und Apps vial E-Mail zugeschickt und fahre nun endgueltig zurueck nach Svolvær.

Dort beschliesse ich aber noch einmal bis zur Mole hinauszufahren. Prompt treffe ich zwei junge Norweger, die mit Kameras und Stativen bewaffnet sind. Das scheint hier Volkssport zu sein. Und tatsaechlich, heuete gidbt es sogar richtiges Nordlicht in Svolvær. Leider nicht ueber der Stadt fuers Foto, sondern ueber dem Wasser. Man wird sehr schnell sehr anspruchsvoll…
Um 1 Uhr bin ich zurueck in meienem Zimmer und stelle entaeuscht fest, das die CF Karte von Christian nicht mit meinem Router funtioniert und ich dieFotos nicht auf meinTab bekomme. Ihr muesst also leiden und warten, bis ich wiederzuhause bin.

1 Kommentar

  1. Steffi
    22. Januar 2012    

    Hi Martin,
    Wir verfolgen gespannt deinen blog und sind ganz hin und weg von den Bildern. Die Nordlichter sind echt toll, aber die Berge schlagen alles! Hab noch eine Menge Spass und gute Motive. Bis bald, Steffi und Martin