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Lofoten 2012, zweiter Tag – Text

Ein bischen masochistisch bin ich anscheinend schon veranlagt. Habe mir den Wecker auf 6:45 Uhr gestellt und bin auch tatsächlich aufgestanden. Ab 8:45 beginnt die Blaue Stunde. Es hat leicht geschneit, so dass alles ganz neu ausieht. Ich bin gespannt, was der Tag bringen wird.

Aus dem Textblog wird heute hoffentlich ein Fotoblog!

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Ich bin früh unterwegs. Jetzt zeigt sich auch, dass es doch Menschen hier gibt. Heute morgen ist deutlich mehr Betrieb auf der Strasse als gestern Abend. Aber auch nur in und um Svolvær. Ich fahre fahre über Kabelvåg nach Henningsvær. Dabei komme ich am ersten Zeltplatz vorbei, wo wir 1997 das erste mal wild unser Zelt augeschlagen haben. Ich erkenne den Platz nicht mehr genau, wie sich hier überhaupt sehr viel verändert hat. Ich kann mich nicht entsinnen, dass die Strassen damals schon so gut ausgebaut gewesen waren. Auf der kleinen Strasse nach Henningsvær pfeifft es sehr stark. Es dämmert nun deutlich sichbar.

   
Vor und in Henningsvær mache ich einige Fotos. Ein Haus hat es bei einem der letzten Herbststüme einfach auf die Seite gelegt. Holzhäuser sehen gut aus, sind aber offenkundig nicht immer die beste Wahl hier oben.

Nach dem Rückweg zur E10 biege ich links ab und fahre auf den Gimsøystraumen zu. Einen Gezeitenstrom, der so stark ist, dass man nun unter der Wasseroberfläche grosse „Windräder“ zur Stromgewinnung installiert hat. Ganz schön fortschrittlich die Norweger.

   
Die Sonne scHeint durch die Wolken blicken zu wollen. Aber leider nur in abgewchwächter Form und auch nicht direkt bei mir, sondern auf der anderen Seite der Berge. Sie steht halt doch noch sehr flach am Himmel.

Ich fahre auf die Halbinsel Gimsøya. Sie ist anders, als man sich Lofoten vorstellt. Sehr seicht mit vielen Wiesen und tollen Ständen. Baden ist allerdings im Moment weniger angesagt. Das Thermometer in meinem Auto sagt 1 Grad Plus. Es windet stark – wie war das nochmal wind Windchill? Gefühlte Minus 10!

Es öffnet sich der Blick auf die Vesterålen. Auf den Bergen liegt Sonne. Schnell das Auto am Rand geparkt und mit Kamerarucksack und Stativ durch den Graben. Zack, hängengeblieben und einmal lag gemacht. Kamera gerettet, Knochen alle ganz und Stativ verbogen. Gut, dass es keines aus Carbon ist, das wäre dann vermutlich gebrochen. Es funktioniert noch – Glück gehabt. Für das Foto hat es sich aber gelohnt.

Nachmittags auf dem Rückweg nach Svolvær halte ich nochmal direkt an der E10 an und mache ein Postkartenfoto mit grossen runden Steinen und Brandung. Zurück in Svolvær habe ich die Wahl zwischen 6 grossen Supermärkten. Man merkt, das hier ist ein Mittelzentrum, in dem auch das gesamte Umland einkauft. Preise zum Abwinken. 300 g Gouda (zumindest schmeckt er so) für rund 4,40 Euro. Ich habe den günstigen gekauft.

Heute Abend gibt es Pesto von Pat. Geir hat sich via Facebook gemeldet und holt mich morgen frueh um 8:20 Uhr ab. Dann geht es auf Fischfangtour. Ich bin mehr als gespannt und ahnungslos, was ich für einen Tag auf See wohl am besten anziehe. Das ist für mich absolutes Neuland … oder besser Neuwasser.